12 Years Ferryman – TYDE Studios

Ferryman lud nach Dortmund zum Abschiedskonzert vor einer geplanten Schaffenspause in die TYDE Studios ein. Der Einladung folgen wir gerne und machen wir uns auf den Weg. Ganze 12 Jahre gibt es die Band, die erste Bekanntschaft mit Frontman Andy fand vor vielen (vielleicht 8-10 Jahren) bei einem Konzert statt. Damals war ich selbst mit meiner damaligen Band als Gitarrist unterwegs. Andys war mit “Temple of Twilight” vor Ort. Schon da fiel sofort auf, welches Stimmpotential er mit sich trägt – eins kann ich vorweg nehmen: mit den vielen Jahren Musikerfahrung ist diese starke Stimme noch sicherer und eindrucksvoller geworden.

Der Abend ist mit insgesamt 4 Bands: “Lyra’s Legacy”, “Punch N Judy”, “TheGuardian” und “Ferryman” prall gefüllt. “Lyra’s Legacy” machen den Anfang. Die Bochumer sind, wie “Sunchair“, seit kurzem bei dem Label “Roll the Bones” unter Vertrag. Uns wird ehrlicher, vom Keyboard getragener Sound geboten. Das Ganze auf einem hohen technischen Niveau. Melodische Passagen wechseln sich mit Gitarrensoli ab. Der Veranstaltungsraum, der einem (großem) Wohnzimmer gleicht, ist gut gefüllt. Die flache Bühne lässt keine Distanz zwischen dem Publikum und der Band entstehen. Wir sind vom Opener sehr positiv überrascht.

Es folgt “Punch N Judy”, die durch ein Akkordeon hervorstechen. Leider fehlt der Bassist Chris, er wird aber ehrenvoll durch einen MP3 Player ersetzt. Die Band spielt Rock mit Folk Elementen und ordentlichen Doublebaseattacken. Songs wie beispielsweise “Störtebecker Kapitän” reißen das Publikum mit, der Frontmann macht ordentlich Meter in der, vor der Bühne entstandenen, Mini-Moshpit. “Punch N Judy” hinterlassen einen tollen Eindruck, das Bier schmeckt zu der Musik und Stimmung besonders gut.

“TheGuardian” aus Belgien sind die einzige “Female Fronted Metal” Band aus Antwerpen an dem Abend. Ein zweischneidiges Schwert, ich mag diese Hervorhebung von Frontfrauen einfach nicht. Gute Musik zeichnet sich nicht durch ein Gechlecht aus. Die Truppe existiert schon seit 1997, also gute 20 Jahre. 2017 hat “TheGuardian” eine große Tour in Belgien und den Niederlanden gespielt. Die Musik ist eher düster mit Powermetal-Elementen. Es ist zwar Headbangers-Paradise und technisch sauber, aber musikalisch einfach nicht mein Geschmack und so freue ich mich umso mehr auf den Hauptact des Abends – “Ferryman”.

Es wirkt, als hätte das gesamte Publikum auf den Highlight des Abends gewartet, der Raum ist voll, die Leute sind auf den letzten Auftritt der Band vor der geplanten Pause gewartet. Nach 12 Jahren Bühnenpräsenz legt “Ferryman” eine Pause ein, Andy Jones, der Frontmann, konzentriert sich auf seine Solo-Projekte. Nach der kürzlich erschienenen Platte “Unspoken” ist bereits ein weiteres Album für den Frühjahr 2018 geplant. Erste Songs sind bereits geschrieben und das Studio gebucht. Auch die übrigen Bandmitglieder sind in weiteren Projekten neben “Ferryman” ausgelastet.

“Ferryman” beendet den Abend und vorerst die Zusammenarbeit mit einem schönen und gefühlvollen Konzert. Wir sind gespannt, was uns noch in der Zukunft erwartet und drücken die Daumen, dass die Abstinenz nur von kurzer Dauer ist.