#2 – Rock in Vienna 2017 –

Guten morgen Vienna!IMG_2774

Wo kann man in Vienna gut frühstücken? Im Café Korb bekommt man ein deliziöses Omelett und IMG_2776einen leckeren großen Braunen. Gestärkt und ein paar Kirchenbesichtigungen später stehen wir wieder vor dieser riesigen Bühne. Zu unserer großen Überraschung trat Großstadtgeflüster auf die Bühne, die ich bis dahin komplett ignoriert hatte. Trotz meiner globalen Abneigung gegenüber jedweder Art von Elektromusik, waren Großstadtgeflüster stimmungsmäßig fantastisch.

IMG_2698_kl – Trotzdem Jen Bend all ihre 40 Gitarren auf der A9 verloren hatte, hatte sie  ihren maximalen “Florian-Silbereisen-Moment”. Mit Charme, Witz und IMG_3139frecher Schnauze hat sie das Publikum den härtesten aller harten Luftballonkriege gewinnen lassen. Manchmal wirkten ihre Sprüche auswendig gelernt, was ihren scharfsinnigen Humor überhaupt nicht in den Hintergrund stellte. Memo an mich: Besser überlegt, als unüberlegt unlustig. Fazit: Großstadtgeflüster ist quasi der “Punkrock” unter der Popmusik. Mich haben die Jungs und Mädels von Großstadtgeflüster zumindest live unfassbar gut unterhalten.

Apropos Punkrock! Da waren ja auch noch “Schmutzki”: Die Stuttgarter waren live eine absolute Geheimtipp-Nummer und haben die Hütte aber sowas von gerockt. Ihre Vorgänger “Fatherson” waren deutlich weniger laut, sondern eher ruhig und bedacht. – Seichte Indierock Klänge auf dem fullsizeoutput_2800riesigen Platz der Donauinsel verzauberten die wenigen Zuschauer.

Und dann waren da noch “The Dead Daisies”, eine hochkarätige Hardrock-Star-Kombo mit ehemaligen Mitgliedern von Whitesnake, Guns `n` Roses und Mötley Crüe. Für die alten Hardrocker, die schon die großen Bühnen der Welt gesehen haben, muss es ein kleiner lustiger Familienausflug nach Wien gewesen sein. Für den Hardrockfan an sich ein absolutes Muss sich die alten Hasen mal anzuschauen. Meinen tiefen Respekt an das musikalische Können auch wenn die Musik nicht so meins ist.

CLA_5225_klUnsere Tapemag-Loser-Pokale werden in den Kategorien schlechteste Performance, schlechtester Sound, schlechteste Publikumsstimmung, und schlechteste Unterhaltung an, Trommelwirbel, Silbermond verliehen. Ich weiß nicht, aber ich glaube mehr muss man zu Silbermond nicht sagen, oder?!!

Unser Tageshighlight waren definitiv die “Kings of Leon”. Die musikalische Darbietung war absolut nach meinem Geschmack, wenn es um handgemachte Musik geht. Die drei Brüder aus Nashville luden uns ein zu einer musikalischen Zeitreise, schließlich schreiben die Jungs seit 17 Jahren Musikgeschichte. Die unvergleichliche Leadstimme von Caleb verhalf ihnen wohlmöglich zu diesem großen, jahrzehnte langen Erfolg. Kings of Leon ist keine Band die sich ständig neu erfindet, ihr verlässlicher Sound und die charakteristisch starke Stimme Carlebs kreieren eine runde Live-Performance. Einen kleinen Wehrmutstropfen gibt es allerdings dabei, die Songs ähneln sich doch sehr und klingen dadurch leicht eintönig.

Tagesresümee: Es gibt geniale Festivalbands und grandiose Hallen-Bands. Kings of Leon ist eher eine Hallen-Band und Großstadtgeflüster eine Festivalband. Tag 2 war deutlich gefüllter mit verschiedenen Rockbands aus den Genres Hardrock, Indierock, Punkrock und Alternative Rock. Nach wie vor befinden wir uns auf dem ROCK in Vienna, dennoch passt da eher der Titel POP in Vienna. So schwammig wie der Name auch dieses Jahr sein mag, die eine oder andere Band hat uns bestens unterhalten und für eine bombastische Stimmung im Publikum gesorgt.