Aeranea und Convictive

Ich habe eine Axt…

– der erste Gedanke als ich Convictive sah. Die fünf aus Duisburg rund um Frontfrau Jalina spielen recht düsteren Metal, eigentlich eher schon Black-Metal mit deutschen Texten.

Die Gitarristen und der Basser kommen, dem Genre entsprechend, mit Kunstblut bzw martialischer Kriegsbemalung im Gesicht auf die Bühne. Die Wirkung von Jalina rundet das Erscheinen ab – in sich alles sehr stimmig. Nach einem kurzen Intro gibt´s richtig auf die Fresse – es ist schnell, das Schlagzeug legt einen dicken Doublebaseteppich unter die Gitarren. Jalina hat eine eindrucksvolle Stimme und auch der durchdringende, fast blinzellose Blick durch das Publikum wirkt imposant. Mir als “altem” Blackmetal-Hörer wird das Ganze allerdings recht schnell langweilig. Die Songs ähneln sich
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stark, ich vermisse auch eingängige Rhythmuspassagen, wie man sie beispielsweise bei Dimmu Borgir – “Kings Of The Carnival Creation” findet. Hier und da offenbaren sich leichte technische Schwächen – vor allem bei den Soli auf weniger verzerrten Parts.

Nichtsdestotrotz – das Publikum war begeistert und eine interessante Show wurde geboten.

Die in 2015 erschienene Demo “Blutnacht” könnt ihr hier probehören.


Worlds collide

– so kann man Aeranea aus Essen am besten mit zwei Worten beschreiben.
Endzeitmetal, melodisch und melancholisch. Ausgeklügelte und technisch anspruchsvolle cleane Parts wechseln sich mit harten, verzerrten Passagen ab. Dazu Gänsehaut-Soli von Christopher F. Kassad (Ex Jesus on Extasy) – hier wird die Erfahrung und die Qualität der Musiker deutlich. Mit Lilly Seth ist auch eine Frontfrau gefunden, die das Sahnehäubchen setzt.

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Der Gesang erinnert mich besonders bei “Any Other Way” an Cristina Scabbia (Lacuna Coil). Die heruntergestimmten Gitarren verleihen dem ganzen genau das notwendige Maß an Druck und Tiefe. Die knapp 50 Minuten verfliegen – man langweilt sich nicht und die Kombo aus Essen sorgt für den Kopfnick-Impuls! Hier kommt man als Fan des “Female Fronted Metal” voll auf seine Kosten. Mein Favorit ist “Silence” – einen Livemitschnitt von der Tour mit Stahlmann findet man hier. Insgesamt ein absolutes Muss – schaut euch die Truppe unbedingt an!