Fotogalerie: Mustasch – Musik für richtige Kerle

Skandalträchtige schwedische Heavy Metal Band

Mit so viel Testosteron muss man als Frau auch erst mal klar kommen. IMG_0651_klWer auf ein “Mustasch” Konzert geht muss damit rechnen, dass die Männlichkeit im Vordergrund steht. Für Hardcore Emanzen eher schwierig so ein Konzert. Hier sind Männer einfach Männer, so unter sich und vor allem mit hartem, schnellen und brachialen Soundgewumme rundet dies das Männlichkeitsritual bestens ab. Man fühlt sich wohl, anerkannt und feiert sich. Da werden kollektive Bierduschen verteilt und Schnäpse mit Rampensau Ralf gezischt.

Der Abend fing schon überraschenderweise gut an. “Exilia” die italienische Band bot einen großartigen kraftvollen musikalischen Auftakt. Sängerin Mascha grölte, mal laut, mal leise. Die Meute war regelrecht elektrisiert. Die vierer Kombo wirkte wie ein bunt zusammengeworfener Haufen von Freaks, die Eins mit ihren Instrumenten wurden und im Zentrum die atemberaubende rauchige, whiskydurchtränkte Stimmgewalt von Mascha. Mit ihrem aktuellen Album “Purity” [2015] hauen “Exilia” einem ein ordentliches Maß von feinster Metal-Rock-Punk Manier um die Ohren. Höret und staunet:

Nach dem grandiosen Intro-Konzert kocht die Meute über als “Mustasch” die ersten Gitarrenriffs raushauen. Die vier Schweden holen ihre Metal-Knüppel hervor, dass sich die Balken biegen. Was für eine elektrisierende, Hammer Show. Ralf ist eine ordentliche Rampensau, da wird Schnäpschen, und Bierchen zusammen mit der grölenden Meute vor der Bühne gekillt. Bewundernswert behält Ralf die Fänden vor und auf der Bühne in der Hand. Seit 1998 zocken die vier feinste “MustIMG_0903_klasch” Riffs. Unfassbar, dass die heutige Bühne eigentlich eher eine der kleinsten gewesen sein wird, auf denen die Halunken sonst so rumturnen. Als zum Beispiel Vorband von Motörhead sind sie natürlich anderes gewöhnt. Dennoch rocken die vier den Laden bis unter den letzten Ziegel.

Grundsätzlich bin ich so gar kein großartiger Metal-Hörer und auch Hard Rock eher seltener. Doch die Jungs haben mich gepackt. Ich weiß nicht, vielleicht lag es auch an dieser überaus durchströmenden Männlichkeit die den Raum einhüllte. Ruckizucki waren Bier und Schnaps zu den Klängen des Songs “Testosterone”, aus dem gleichnamigen Album, ans Kinn gehalten. Männlicher geht es kaum noch. Da kann Ozzy Osbourne mit seiner Fledermaus-Beiß-Show einpacken, wenn das schwedische Männlichkeitsritual a la “Mustasch” die Bühne stürmt. Einen Song nach dem anderen hauen die Jungs raus, als gäbe es niemals ein Ende.

Nun sind wir “Journalisten-Proletariat” immer mit dem Fotoapparat unterwegs. Immer der Hoffnung hinter her, dass doch neben dem grausamen roten Licht die eine oder andere Lampe heller ertönt. So tummelt sich ein Pulk von Fotografen immer an der Front und kämpft tapfer gegen diese niederen Arbeitsbedingungen.DSC_2187_kl Nach einiger Zeit erreichte mich die Hand der Rampensau Ralf und zog mich auf die Bühne hoch. Dieses Groupie Ding ist so gar nicht meins. Ich finde diese Mädels total bescheuert, die neben den Rockstars auf der Bühne so komisch rumwackeln mit ihren rot angemalten Lippen.  So watt soll der Quatsch hier, ich wackelte kurz rum und dachte darüber nach bevor es doof aussieht geh ich mal, aber als Ralf drängender Zeigefinger Richtung Publikum ging, na endlich das ist meine Aufgabe: Fotos von dem überfüllten wahnwitzigen Haufen vor der Bühne zu machen. Ich packte meinen letzten Speicherplatz voll und ab dafür.

Was für ein zündender Donnerstag Abend. Wir hatten enorm viel Spaß vorher, hinterher und währenddessen… feinster Metal-Sound mit großartiger Stimme von Ramensau-Ralf. Wir würden immer wieder hingehen, wenn die Jungs in der Stadt sind. Und ihr hoffentlich auch bald…!

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