#1 – Rock in Vienna 2017 –

Tag 1 - Jump Around

Zack, aus dem Flugzeug in die Hauptstadt Österreichs katapultiert. Man glaubt es kaum aber hier soll ein Rockfestival statt finden, in dieser Hauptstadt der klassischen Musik, Mozartkugeln und großer Philosophen. Jede Großstadt hat ja so ihre Geheimnisse, aber dass in Wien Geschrammel und Bier trinkendes Proletenvolk hier ihren Platz finden sollen, wage ich zu bezweifeln. Ich liebe ja das Kontroverse, nur bitte nicht getreu des Brechreiz-Sprichwortes “Gegensätze ziehen sich an”. Grundsätzlich glaube ich ja eher an paralleles Existieren verschiedenster Lebensformen oder existiert da doch die rockende, Mozartkugeln essende ÖVP Wähler Gemeinde, die zum schrillen Gitarrensound der Dead Daisies wippt??  Ich wäre jedenfalls von diesem Integrationserfolg massiv beeindruckt. Es kommt wie es kommt, nämlich anders als man denkt:

Rock in Vienna 2017, #RIV2017, Foto: Rock in Vienna / Florian Matzhold
Rock in Vienna 2017, #RIV2017, Foto: Rock in Vienna / Florian Matzhold

Punkt halb eins werden Stift und Maus stehen gelassen, Kameras und Schlüpfer eingepackt und ab über die Wolken nach Wien. Kaum angekommen, kurzem Zurechtfinden in der 2 Millionen Stadt in brühender Sonne und bestem Donauwetter, stehen wir auf dem Festivalgelände des Rock in Vienna. Wir sind natürlich ein wenig aufgeregt und begutachten kurzer Hand auch schon einer der ersten Bands: Left Boy! Ja genau dieser Left Boy ist Wiens Lokaler Hiphop Guru und versucht einen auf ich mach `ne geile Show mit total crazy abgefahrenen Ideen… die waren so abgefahren, dass ich sie wieder vergfullsizeoutput_280fessen habe. Nun gab er sicherlich wirklich alles was er so in seinem RAPertoire hat, wirkte aber eher wie ein billiger Deichkind-Sportfreunde-Stiller Abklatsch.

Nun sind wir eigentlich auf einem  ausgewiesenen Rockfest, dass ein Jahr zuvor noch in voller Rockmanier “Metallica” und “Rammstein” als Headliner hatte. Dennoch hatte man sich 2017 gedacht das musikalische Spektrum erweitern zu wollen, um vermutlich mehr Fans auf die Donauinsel zu ziehen. Das Gegenteil war leider der Fall. Offiziellen Angaben nach pilgerten 13000 zum Handelskai, um im Dämmerlicht des blutroten Sonnenuntergangs zu den HipHop Kombos “House of Pain” und “Macklemore” zu wippen. Ein Klassiker des old school Rap trifft auf rappenden Pop-King Macklemore, eine Zeitreise von 25 Jahren Hiphop-Geschichte.

Macklemore als “Eminem at his Best” in Verbindung mit Popartsound und quietschbunter Show und zum Höhepunkt kommt irgendein ambitioniertes 2020-er Girl und wackelt mit dem Poppöchen auf der Bühne herum, das wohlmöglich eine spontane B-Boy/Girl Show Einlage darstellen sollte. – Während die old School Boys “Danny-Boy” und “Everlast” ihre lässige MC Battle Show, relativ unspektakulär fürs Auge, aber dafür mit viel Nostalgie, zur real 90´er Hiphop-Abriss Party einluden und spätestens bei “Jump Around” jede selbstverliebte Macklemorefanatikerin hüpfen brachten. Jeder Hans Wurst der irgendwann in den 90´ern mal ein Radio anmachte kennt “Jump Around”. Ich liebe ja nostalgisches Ausrasten, das war einer meiner persönlichen “Westcoast-old-School” Momente!