VUUR – Warm Up Show

Opener für Anneke van Giersbergen im ausverkauften Club im Norden der Niederlande zu sein – ein hartes Los für “Overhaul“, eine relativ junge Formation. Die fünf IMG_6866_klNiederländer vergleichen den eigenen Sound mit “Meshuggah” auf ihrer Homepage. Eine recht mutige Aussage, ich würde da eher an “HIM” denken, zumindest erinnert der Gesang von Frontmann Samuel stark daran.

Richtige Stimmung kommt nicht auf, mehr als ein dezentes Kopfnicken im Publikum ist nicht drin. Die Menge wartet  gespannt auf “VUUR” und ich erwische mich, als ich mich frage, ob der Sänger dem Sound der Band gut tut oder nicht. Nach einer Stunde ist die “Instandsetzung” endlich vorbei und es geht nach einer kurzen Umbaupause los.

Natürlich verbindet jeder Anneke mit “The Gathering”. Die Tatsache, dass sie nach ihrem Ausstieg 2007 viele weitere Projekte, beispielsweise ihre Mitwirkung beim “Devin Townsend Project”, “Amorphis” oder die Soloaufnahmen, kann die Verbindung “The Gathering” – Anneke nicht lösen. Dementsprechend scheint auch das anwesende Publikum zu sein: der Altersschnitt liegt bei geschätzten 40 Jahren, im Erscheinungsjahr von “Mandylion” waren die Meisten in ihren Zwanzigern. Das ist vielleicht auch einer der Gründe, warum mal ausnahmsweise die Leute das Konzert nicht durch ihre Handys sondern mit den Augen erlebt haben.

Nun – die “The Gathering” Zeiten sind vorbei. VUUR ist frisch, progressiv und hart. Die Band, die zum großen Teil aus den Mitgliedern von “Gentle Storm” IMG_6457_klbesteht, ist auf Anhieb sympathisch und über die positive Aura von Anneke van Giersbergen braucht man nicht weiter zu schreiben. Sie lacht, strahlt und zieht das Publikum in ihren Bann. Auch die beiden Gitarristen Jord und Ferry und Bassist Johann sind sehr präsent und haben sichtlich Spaß.

IMG_6438_klDas neue Album funktioniert live hervorragend – auch wenn die Erstauskopplung “London” beim ersten Hören etwas in die Länge gezogen wirkte. Keine Spur davon beim Konzert. “Days Go By” – so ist der Titel der neuen Scheibe, die im Herbst erscheint, bietet einen ausgewogenen Mix und geht ordentlich nach vorne. Es gibt viele Prog-Rock / Metal Einflüsse, die möglicherweise auf die Zusammenarbeit mit Devin Townsend zurück zu führen sind. Und ja – es wurden zwei “The Gathering” Songs gespielt. “On Most Surfaces” und einer meiner Favoriten: “Strange Machines”.

VUUR hat mir ein Lächeln auf die Lippen gezaubert und der Abend hat sich, trotz der ordentlichen 250km Anfahrt, definitiv gelohnt. Für jeden, der was von guter Musik versteht und eine der besten Metal-Sängerinen mal live erleben will, sollte eine der kommenden VUUR Shows besuchen. Die Band spielt im Sommer auf vielen Festivals.