Sixx:A.M. – Prayers of the Damned

Upsala. Bisher ist mir “Sixx:A.M.” ein wenig untergekommen, da ich ja so eher nicht der große Hard Rock Bewunderer bin. Meistens sind mir die Gitarren zu abgedreht. Aber “Prayers of the Damned” hat auch mich mächtigst überzeugt.

“Sixx:A.M.” ist ein Soloprojekt des Mötley-Crüe-Bassisten Nikki Sixx, der eigentlich diese Band nur im Rahmen seiner literarischen Veröffentlichung zusammen brachte. Dann aber hatte die Single “Life is so beautiful” (2007) einen beachtlichen Erfolg und die drei, Nikki Sixx, DJ Ashba und James Michael (aktuelle Besetzung) machten ganze drei weitere Alben. Der Erfolg hängt sicherlich auch mit dem weitreichenden Bekanntheitsgrad dieser drei Musiker zusammen.

Das nun vierte Album “Prayers of the Damned” (VÖ 29.04.2016) ergänzt meine persönliche fehlende Melancholie bei einigen Hard Rock Bands. Voll von Gitarrensolos a la DJ Ashba und der klaren Leadstimme James verquickt melancholisch klingender mit rauen Riffs. Insgesamt klingt der Soundraum abgerundet, eingängig und ausgefeilt. Das Songwriting verbirgt keine literarischen Ergüsse. Das muss es aber auch nicht. Diese dramatik, anklagende und melancholische Stimmung ruht auf einem majestetischen Sound. Dennoch bleibt das Album abwechslungsreich. Gleichzeitig offenbart sich dem Zuhörer aber im laufe des Albums dennoch eine gewisse typische Sixx:A.M. Spielart.

Der Einstieg ist ja bekanntlich immer das Schwierigste. Der erste Eindruck zählt und kann auch schnell zum Verhängnis werden, wenn der schon daneben liegt. Mit “Rise” haben die drei einen perfekten Einstieg gewählt, der dieses ich-muss-unbedingt-weiterhören Gefühl beim Zuhörer auslöst. An Dynamik, Druck und Leistung verliert das Album an keiner Stelle. Mein persönlicher Favorit ist “You have come to the right place”. Meiner Meinung hat dieser Song alle Kriterien eines Heavy Rotation Song im Radio erfüllt. Dieser Song bedient ein klares eingängiges Spiel, einen einprägenden Refrain, und keine too much Effekte, die eher den Sound komplex gestalten. Und das zieht sich durch das ganze Album. Man findet hier kein ausuferndes experimentiertes Soundgelage.

Wenn man auf harte Gitarren steht kommt man besonders bei dem Song “Everything went to Hell” auf seine Kosten. Aber auch dort drängt sich die Lead Stimme von James herein, die dem metallischen, harten Sound mehr Glanz verleiht. Rundum ist “Prayers of the Damned” ein gelungenes Album.  Mit “Rise of the Melancholy Empire” ist das mit Weltschmerz gefüllte Gemüt auch gefüttert. Ein Wust aus Tränen und Leid und gleichzeitig dennoch mit einem Funken Hoffnung bestückt ist dieses Album besonders Emotional und zugänglich ohne dabei kitschig oder überproduziert zu wirken.

Gönnt euch dieses Hard-Rock Schmankerl und lasst euch mitreißen in diese wundervolle majestätisch, dramatisch und emotionale Reise mit Sixx:A.M.

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