AnnenMayKantereit in Nürnberg – Tourverlängerung ausverkauft

Für die 4 Mitglieder von AnnenMayKantereit und deren Team geht es nach einer ausverkauften Tour 2019 im Zuge des Albums „Schlagschatten“ in die Verlängerung.

Als die Band in Nürnberg auf die Bühne kommt und Henning May den ersten Ton des Songs „Marie“ anstimmt, gröhlt die Menge bereits euphorisch. Die Bühne ist reduziert gehalten, die Band findet gerade Platz darauf, nichts lenkt ab von Mays rauchiger Stimme. Nach ein paar stimmungsvollen Melodien wird es sentimental. Der Vorhang geht auf und eine große
Bühne mit unzähligen leeren Blättern im Hintergrund erscheint. Während die Band „Du bist anders“ performt, tritt zum ersten Mal an diesem Abend auch Ferdinand Schwarz, der ständige Gastmusiker von AnnenMayKantereit, als Solo-Trompeter auf.

Angefangen hat alles ganz klein

May erinnert sich an den ersten Auftritt in Nürnberg im Club Stereo, der noch im „kleinen Rahmen“
stattfand. Der letzte Auftritt in der Stadt war bereits im Rahmen der Veranstaltung „Rock im Park“ und
nun spielen sie in der ausverkauften Arena „Nürnberger Versicherung“.
Das nächste Stück hätten sie im Urlaub auf einem Koffer statt am Schlagzeug gespielt, erzählt er. So
spielt Severin Kantereit es bei „Vielleicht vielleicht“ nun auch auf der Bühne so. Und auch bei „Wohin du
gehst“ kommt ein weiteres Instrument hinzu – Christopher Annen spielt nun nicht nur Gitarre, sondern
begeistert hier mit Melodien auf der Mundharmonika.
Im Hintergrund spielt sich unterdessen eine großartige Lichtshow ab, die die weißen Blätter zu einer
einzigen Leinwand macht. Wo diese letztes Jahr hauptsächlich für Videos oder als weiterer „Bildschirm“
genutzt wurde, zeigen sie bei dieser Tour außerdem kunstvolle Grafiken. Außer bei „Weiße Wand“, mit
dem die Band um Henning May zum ersten mal ihren politischen Standpunkt äußert.

Überraschung für Konzertbesucher

Spätestens bei „Jenny, Jenny“ ist die Stimmung dann auf dem Höhepunkt. Das Publikum beweist Textsicherheit und tanzt ausgelassen. Aber auch auf der Bühne darf die Tanzeinlage von Trompeter Schwarz und Kantereit nicht fehlen.

AnnenMayKantereit hat aber natürlich noch weitere Methoden die Menge zu begeistern, und was gibt es
besseres als neue Songs? Nach „Im Schatten“ und einigen Klassikern der ersten Platte sucht sich die Band
einen Weg durch die Menge und taucht am anderen Ende der Arena auf einer kleinen Bühne wieder auf
und gibt wiederum 3 neue Lieder zum besten.
Mit einem Song über und für Pia Klemp, einer Kapitänin und Menschenrechts-Aktivistin, wird es noch
einmal politisch und die Band macht klar: Kein Platz für Rechts, kein Mensch ist illegal und Liebe ist
Liebe.

Großes Finale

Wieder zurück auf der Bühne darf der Song „Pocahontas“ natürlich nicht fehlen, gefolgt von einem
weiteren neuen Song, der schmerzhaft melancholisch und wunderschön ist – das „Orangenlied“, bei dem
May, alleine am Piano, die Bühne und die Arena erfüllt.
Zum offiziellen Finale gibt es „Oft gefragt“, gefolgt von einer dreifachen Zugabe: zuerst das ruhige Stück
„Barfuß am Klavier“, danach die Stimmungsmacher „Ich geh‘ heut‘ nicht mehr tanzen“ mit einer
grandiosen Bass-Begleitung von Malte Huck, und dem erst kürzlich veröffentlichten Song „Ausgehen“,
den sie geschrieben haben, während sie getrennt auf Reisen waren.
Nach 2 Stunden und 21 Songs sind die Zuschauer von AnnenMayKantereit mit Melancholie, Freude und
Weltschmerz gefüllt. Eine Kombination, die wohl keine andere Band so hinbekommen könnte.